Neonazi-Mordserie – die Spuren zeigen in die Kameradschaftsszene auch in Bayern

14. Dezember 2011 | Rechtsextremismus

Ich fordere, endlich energisch gegen die Kameradschaftsszene vorzugehen. Nach vier Wochen Ermittlungen wird immer deutlicher: Das Neonazi-Trio aus Zwickau hat sich zwar im Untergrund bewegt, war aber keineswegs so isoliert wie Anfangs vermutet. Christian Ude: „Es ist naiv zu glauben, dass Neonazis vor Landesgrenzen Halt machen. Neonazis sind überregional vernetzt und stehen miteinander in Kontakt.“

Die rechtsextremen Mörder waren in Bayern besonders aktiv: Hier haben fünf von bundesweit zehn Morden stattgefunden. Offensichtlich gibt es seit langem eine wechselseitige Unterstützung zwischen thüringischen und bayerischen Neonazis. Nachgewiesen sind Verbindungen zwischen der fränkischen und der thüringischen Neonaziszene. In Wunsiedel unterstützten ostdeutsche Neonazis die Aufmärsche ihrer braunen Kameraden aus Bayern. Wie sich nun zeigt, muss wohl von einer wechselseitigen Unterstützung gesprochen werden.

Leider gibt es in Bayern seit Jahren eine sehr aktive und auch gewaltbereite Neonazi-Szene die sich im Freien Netz Süd organisiert. Als Konsequenz aus den neuen Erkenntnissen muss daher neben der Anstrengung eines NPD-Verbotsverfahrens die bayerische Kameradschaftsszene und ihre übergeordneter Organisationszusammenhang – das Freie Netz Süd – endlich entschieden bekämpft werden.

Meine Meinung: Beobachten alleine reicht hier nicht mehr aus, zumal dadurch offensichtlich ja weder die Morde in Bayern noch in anderen Bundesländern verhindert wurden. Nun müssen sämtliche zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen und insbesondere polizeilichen Mittel ausgeschöpft werden, um die Aktivitäten der Neonazi-Szene konsequent einzudämmen wie dies bei anderen Szenen durchaus erfolgreich praktiziert wurde.

Beim Freien Netz Süd ist die Rechtsform zu klären, dann ist entschieden durchzugreifen. Bei einem konsequenten Vorgehen gegen die bayerische Kameradschaftsszene sollte es beispielsweise auch möglich sein, einen Verstoß des Rechtsterroristen Martin Wiese gegen das ihm auferlegte Kontaktverbot nachzuweisen.

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