München hat große Projekte

18.08.2011: OB Ude über die Projekte der Stadt und was München besser macht als Schwarz-Gelb.

Liebe Münchnerinnen, 
 liebe Münchner,

da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen: Die Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018 war schon eine herbe Niederlage. Über 90 % des Münchner Stadtrats hatten sich für diese Bewerbung ausgesprochen, bei Umfragen sogar drei Viertel der Bundesbürger und selbst im streitbaren Garmisch-Partenkirchen gab es beim Bürgerentscheid eine deutliche Mehrheit für OlympiJa. Allein: Es hat nicht sollen sein. Trotzdem haben wir von unserer weltweiten Imagekampagne jetzt schon profitiert, die Tourismuszahlen zeigen nach dem Rekordjahr 2010 abermals nach oben.

Aber auch ohne Olympia hat unsere Stadt viele Projekte, die Ihre engagierte Unterstützung verdienen. Zu den wichtigsten, wenn auch nicht den spektakulärsten zähle ich unsere Bemühungen, eine „Soziale Stadt“ zu bleiben. Genau vor einem Jahr hat sich das Bündnis „München Sozial“, in dem Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften, soziale Einrichtungen und Arbeitslosen-Initiativen zusammengeschlossen sind, nach sorgfältiger Prüfung entschlossen, München mit dem Qualitätssiegel „Soziale Stadt“ auszuzeichnen – weil wir alles rechtlich Zulässige für den Schutz der Mieter tun, ein dichtes Netz von Altenservice-Zentren geknüpft haben, für Verbesserungen in der Pflege sorgen, die Kinderbetreuung ausbauen, mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten Arbeitslosen unter die Arme greifen und soziale Pilotprojekte entwickeln, die der Bund erst später übernimmt, beispielsweise warmes Mittagessen und Sportangebote für bedürftige Kinder. Unter Leitung von Bürgermeisterin Christine Strobl wurde die „Münchner Förderformel“ entwickelt, mit dem Ziel, die Bildungschancen von benachteiligten Kindern mit jährlich zusätzlichen 50 Millionen € zu verbessern. Da wird die sozialdemokratische Handschrift der Stadtpolitiker deutlich.

Wer meint, dass die politischen Parteien kaum noch zu unterscheiden seien, sollte einige Themen genauer unter die Lupe nehmen. Stichwort Energie: Während der Freistaat Bayern seine einstmals bedeutenden Bayernwerke längst verhökert hat und Schwarz-Gelb auf Bundesebene die Laufzeiten von Atomkraftwerken erst verlängerte, um sie ein paar Monate später endlich zu verkürzen, verfolgt Rot-Grün im Münchner Rathaus seit zwei Jahrzehnten einen klaren Kurs. München wurde schon vor Jahren zur „Hauptstadt des Energiesparens“ ernannt und sorgt mit seiner Ausbauoffensive „Erneuerbare Energien“ dafür, dass wir schon in wenigen Jahren die gesamte Münchner Bevölkerung mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen können, bis 2025 sogar die energiefressenden Münchner Unternehmen. Während die Landesbank des Freistaats Bayern mit Finanzabenteuern aller Art Milliarden in den Sand gesetzt hat und zum bloßen Überleben Staatshilfen in Milliardenhöhe benötigte, hat die Münchner Stadtsparkasse in den vergangenen Jahren die besten Ergebnisse ihrer mehr als 170- jährigen Unternehmensgeschichte hervorgebracht. Wohlgemerkt in den selben Krisenjahren! Und während die S-Bahn, für die der Freistaat Bayern zuständig ist, seit meinem Amtsantritt 1993 ihre Betriebsstrecken und die Zahl der Bahnhöfe nicht einmal um 2 % steigern konnte, ist das Netz der städtischen U-Bahn um 55 % verlängert worden und die Zahl der Bahnhöfe um 41 % gestiegen.

Halten Sie derart deutliche Unterschiede nicht auch für bemerkenswert?

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Christian Ude

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