Kolumne
S-Bahn: Postsäcke voller „göttlicher Eingebungen“
Münchner Merkur, 2. Mai 2012
Lieber Peter,
man könnte Dir fast ein wenig neidisch sein, weil Du mit Deiner Bereitschaft, im Streit um den 2. S-Bahntunnel zu moderieren, auf Anhieb eine Menge bewegt hast, was vorher gar nicht möglich schien. Das ist mein voller Ernst. Obwohl die bayerische Staatsregierung meinen Vorschlag, Dich um die Moderation des dringend notwendigen Klärungsprozesses zu bitten, postwendend abgelehnt hat.
Von Fußabstreifern und Alternativen
Münchner Merkur, 22. März 2012
Lieber Peter,
erweisen wir dem Nockherberg in diesem Jahr nicht zu viel der Ehre, wenn wir ihn noch Wochen später zum Thema des öffentlichen Diskurses machen? Schließlich hatten die allermeister Pointen doch nur eine sehr überschaubare Halbwertzeit. Schnell vergessen, deshalb auch schnell vergeben.
Die zweite Stunde der Scharlatane
Münchner Merkur, 08. März 2012
Lieber Peter!
„Ja mach nur einen Plan“, heißt es bei Bert Brecht, „und sei ein großes Licht, und mach dann noch nen Plan, gehn tun sie beide nicht.“ Der erste Plan soll ja wohl in Vergessenheit geraten. Obwohl er wirklich seinerzeit hell leuchtete, Euer Leuchtturm-Projekt war, Euch als großes Licht erscheinen ließ … Erinnerst Du Dich noch? Zum Glück erscheint unser Briefwechsel auch in Buchform und da kann man es ganz locker nachlesen, schon im ersten Band. Am 1. Oktober 2009, gleich nach Eurem triumphalen schwarz-gelben Wahlsieg im Bund, hast Du geschrieben, dass der neue Finanzminister (Du hattest Dir Westerwelle gewünscht) „die Steuern senken muss, dass allen die Spucke wegbleibt“.
AZ-Kolumne 11.02.2012
Liebe Abendzeitung,
was machst Du nur schon wieder für Sachen? Dabei habe ich zuerst geglaubt, dass ich Dir sogar dankbar sein müsste, hast Du doch nachgewiesen, dass ein ziemlich ruppig klingendes Schimpfwort, das mir der bayerische Schulminister anhängen wollte, in Wahrheit ein akademischer Titel ist, sogar ein ganz ein toller. Du erinnerst Dich: „Master of Disaster“ hat mich Ludwig Spänle genannt. Aber Du hast dann herausgegoogelt, dass das gar kein Schimpfwort ist, sondern der krönende Abschluss eines Studiengangs, der sich mit der Koordination von Rettungsmaßnahmen im Katastrophenfall befasst.
Nach der Rührei-Debatte: Heraus mit dem Rezept!
Münchner Merkur, 25. Januar 2012:
Lieber Peter,
in Deinem letzten Brief hast Du so leidenschaftlich über Rührei, Bouillabaisse, Püriertes sowie gemischtes Kalbslüngerl geschrieben, dass ich mich kurz fragte, ob Du künftig Michelin-Sterne vergeben oder gar Fernsehkoch werden möchtest. Aber nein: Die gequirlten Eier und die Fischsuppe und all die anderen Leckerbissen sollten nur eine Metapher für Europa sein, und damit warst Du wieder schnell bei Deinem Thema, das Dir mit seinem unglücklichen Verlauf tatsächlich Auftrieb zu geben scheint.
Träume vom Paradies - und nüchterne Fakten
Münchner Merkur, 23. Dezember 2011:
Lieber Peter,
in Deinem Brief zur Weihnachtsdepression hast Du Gerhard Polt die Erkenntnis zugeschrieben, dass das Paradies abgeschlossen ist und man dort in Ruhe gelassen wird. Nun will ich dem großen Polt kein Urheberrecht streitig machen, aber der langjährige Nürnberger Kulturreferent Hermann Glaser hat mir in diesem Frühjahr ein kulturgeschichtliches Buch über den Garten als Paradies auf Erden geschenkt und dort führt er aus, dass das Wort „Paradies“ ursprünglich „zwischen den Zäunen“ oder auch „zwischen den Mauern“ bedeutete, woraus deutlich werde, dass paradiesische Zustände eben nicht mit der grenzenlosen freien Natur zu tun haben, sondern ganz im Gegenteil von der Einfriedung leben. Das Wort „Einfriedung“ fällt mir gerade ein – wird Dir gefallen: Frieden schaffen durch Abgrenzung.
Alter Rebell, wo geht’s hier zum Max-Weber-Platz?
Münchner Merkur, 13. Oktober 2011:
Lieber Peter,
dass ein Mensch mit Deiner Erfahrung derart irren kann! Kaum zu fassen. Ich meine Deinen letzten Satz im Brief von letzter Woche. Da hast Du doch tatsächlich geschrieben: „Sehe Dich nächste Woche als Geschlagener oder als Vertreter!“ Und das war nun wirklich auf jeden Fall völlig daneben. Wärst Du gewählt worden, wärst Du keineswegs ein „Vertreter“ geworden, sondern ein Kraftzentrum, neben dem es auch noch einen Vorsitzenden gibt. Und jetzt, da Du denkbar knapp unterlegen bist, sieht Dich wahrlich niemand als „Geschlagenen“.
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Bibliografie
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Christian Ude hat einen Link gepostet.
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Christian Ude hat ein Foto gepostet.
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Christian Ude hat eine Nachricht gepostet.
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@2n1f Doch, siehe http://t.co/rMbuXix1
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Bin soeben in Berlin gelandet und habe vom Sieg der #FCB-Frauen erfahren. Herzlichen Glückwunsch von mir. Das ist ja ein guter Auftakt!
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Jetzt in Berlin zum #Pokalendspiel im #Olympiastadion. Fest drücke ich den Roten die Daumen – der FCB heißt ja schließlich „Bayern München“.